Das Prototyping-Szenario Münster wurde von interactive instruments in Zusammenarbeit mit der Stadt Münster entwickelt. Im Zentrum des Szenarios steht ein webbasiertes Auskunftssystem, mit dem Aufbrüche und Sondernutzungen und die daraus resultierenden verkehrlichen Beeinträchtigungen im Stadtgebiet von Münster abgefragt werden können. Dabei ist optional eine Filterung nach der Art der Beeinträchtigung und einem vorgegebenem Zeitintervall möglich; außerdem kann die Betrachtung auf einen beliebigen Teilbereich des Stadtgebietes begrenzt werden.
Ein solches Auskunftssystem kann innerhalb der Stadtverwaltung als Hilfsmittel bei der Genehmigung weiterer Aufbrüche und Sondernutzungen eingesetzt werden, da es die Erkennung potenzieller Konfliktsituationen ermöglicht. Für die im Stadtgebiet tätigen Versorgungsunternehmen sind die bereitgestellten Informationen ebenfalls nützlich, da sie zur besseren Koordinierung von Aufbrüchen im Straßennetz verwendet werden können. Wenn z.B. die Stadtwerke eine Straße aufbrechen, um das Kanalnetz zu sanieren, könnte die Telekom diese Gelegenheit benutzen, um gleichzeitig neue Telefonkabel zu verlegen, sofern sie eine solche Maßnahme in der betroffenen Straße bereits geplant hat. Schließlich sind die Informationen über die verkehrlichen Beeinträchtigungen für alle Verkehrsteilnehmer - d.h. letztlich für alle Bürger - interessant.
In dem Prototyping wurde die Straßendatenbank der Stadt Münster - eine Eigenentwicklung der Stadt auf der Basis des Datenbanksystems ORACLE -mit weiteren Tabellen zur Aufnahme der Daten über die genehmigten Aufbrüche, Sondernutzungen und die entsprechenden verkehrlichen Beeinträchtigungen ergänzt und außerdem mit einem Webserver gekoppelt, der das Straßennetz und die entsprechenden Fachdaten über einen OKSTRA kommunal-konformen OGC Web Feature Service (WFS) zur Verfügung stellt. Dieser Service kann prinzipiell von beliebig vielen Web-Clients abgefragt werden.
Ein entsprechender Web-Service wurde im Rahmen des Prototypings durch die interactive instruments GmbH realisiert, wobei als Webserver das Produkt XTRASERVER zum Einsatz kam. Außerdem wurde ein browserbasierter Thin Client auf der Basis des Produktes XTRAWEBVIEWER entwickelt, mit dem der Web-Service unter Angabe optionaler Filterkriterien abgefragt und die empfangenen Daten visualisiert werden können. Dieser Client kann in einem normalen Web-Browser betrieben werden und erfordert keinerlei weitere Installation auf dem Client-Rechner. Die Hintergrundkarten im Kartenfenster werden von einem Web Map Service (WMS) des Landesvermessungsamtes Nordrhein-Westfalen bezogen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit zur Navigation im Kartenfenster über die Angabe einer postalischen Adresse; dafür kommt ein sog. Gazetteer-Service zum Einsatz, der zu einer gegebenen Adresse eine Geo-Koordinate zur Verfügung stellt und ebenfalls vom Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen betrieben wird.
Der Prototyp ist bis auf weiteres im Internet verfügbar unter services.interactive-instruments.de/fops-client/.