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OKSTRA kommunal - Einführung

Für eine wirtschaftliche und effektive Verkehrs- und Siedlungspolitik sind Informationen über vorhandene Straßen, Leitungen, Gebäude, Parkplätze usw. eine unverzichtbare Grundlage, und zwar nicht nur in Form von Statistiken und Tabellen, sondern auch mit Informationen über die Lage eines Objektes, dessen Relation zu anderen Objekten oder die Länge und den geometrischen Verlauf einer Straße.

In vielen Verwaltungen werden die für die verschiedenen Dienste jeweils notwendigen Informationen (Lage und Adressen von Objekten oder Straßeninformationen) individuell in jeweils eigenen Strukturen erstellt und in eigenen Systemen, Dateien oder Karteikästen verwaltet. Da viele dieser Informationen unserem Straßennetz zugeordnet sind (z. B. Unfalldaten, Zustandsdaten, Leitungen, usw.), gibt es in einer Gemeinde oftmals eine Vielzahl von Straßendokumentationen mit den unterschiedlichsten Ordnungsmerkmalen. Ordnungsmerkmale können z. B. der Straßenname in Verbindung mit einer Hausnummer oder eine Straßennummer mit einer Längenangabe sein. Man nennt das auch ein Ordnungssystem.

Diese Dokumentationen werden in den jeweiligen Ämtern individuell gemäß ihren Ordnungssystemen fortgeschrieben. Ein ämterübergreifender Informationsaustausch ist dadurch nicht oder nur unvollständig möglich, zudem gibt es eine Unsicherheit für den Nutzer dieser Daten (z. B. den Verkehrsplaner), weil er das zugrunde liegende System der Datenaufnahme (Ordnungssystem) nicht kennt bzw. sich mit mehreren Ordnungssystemen befassen muss.

Hier setzt der OKSTRA kommunal an. Er definiert ein einheitliches, standardisiertes Ordnungssystem für kommunale Straßendaten und ermöglicht damit die Spezifikation standardisierter Schnittstellen. Auf dieser Grundlage können vorhandene Fachinformationssysteme besser miteinander kommunizieren, weil die von ihnen verwendeten Straßendaten über standardisierte Schnittstellen ausgetauscht werden können. Ferner werden über die standardisierte Spezifikation verteilte, kooperative Architekturmodelle wie z. B. SOA (Service Oriented Architectures) angeregt und unterstützt. Damit können zukünftig Prozesse elektronisch unterstützt werden, die bisher manuell erledigt werden, weil kein integrierter Zugriff auf die benötigten Informationen existiert.

Die Zielsetzung des OKSTRA kommunal ist nicht der Ersatz etablierter Fachinformationssysteme. Er ist auch nicht primär als Strukturmodell für neue Fachinformationssysteme oder Datenbanken gedacht. Sein Schwerpunkt liegt vielmehr auf der Verbesserung der Kommunikationsmöglichkeiten bestehender Systeme und damit auf einer erleichterten Einbettung dieser Systeme in eine integrierte IT-Infrastruktur. Dies schließt aber keinesfalls aus, dass einzelne Kommunen neue Straßeninformationsbanken nach dem OKSTRA kommunal-Modell aufbauen können, wenn sie dies wollen.

Unter betrieblichen Gesichtspunkten ist der OKSTRA kommunal besonders für den Datenaustausch zwischen verschiedenen Anwendungen bzw. zwischen verschiedenen Zuständi-keiten interessant. Durch erweiterte Möglichkeiten zum Datenaustausch eröffnet sich die Chance, die Datenpflege für einzelne Bereiche zu zentralisieren. Damit verringert sich der Aufwand bei der Fortführung, und die frei werdenden Ressourcen können u. a. dazu genutzt werden, die Aktualität der Daten zu steigern.

Der OKSTRA kommunal kann auch im Rahmen von Service orientierten Architekturen sinnvoll eingesetzt werden. Basierend auf den einzelnen Fachinformationssystemen können Services eingerichtet werden, die auf Anfrage bestimmte Daten des jeweiligen Systems zur Verfügung stellen. Aufgrund der durch den OKSTRA kommunal gegebenen standardisierten Spezifikation straßenbezogener Daten können die über die einzelnen Services erhaltenen Daten leicht integriert werden. Damit wäre es z. B. möglich, ein Informationssystem einzurichten, das seine Daten aus verschiedenen Services bezieht und entweder intern - für die verschiedenen Ämter und Fachbereiche einer Kommune - oder extern - für jeden interessierten Bürger oder die Wirtschaft - zur Verfügung stellt. Mögliche Inhalte eines solchen Systems wären neben den Bestandsdaten beispielsweise Informationen über Ereignisse temporärer Natur wie etwa Baumaßnahmen, Veranstaltungen oder Verkehrsstörungen. Es wäre auch möglich, solche Services in ein Workflow-Managementsystem zu integrieren, mit dem die in einer Kommune ablaufenden Prozesse (z. B. die Erteilung von Genehmigungen) effizienter gestaltet und als eGovernment-Anwendung umgesetzt werden können.

Informationen zum Öffnet internen Link im aktuellen FensterUML-Datenmodell und zur Öffnet internen Link im aktuellen FensterSpezifikation des OKSTRA kommunal finden Sie unter der Rubrik Öffnet internen Link im aktuellen Fenster"Standardpflege".

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